🛩 ein Traum vom Fliegen

16.01.2020 - Seitdem wir 2018 umgezogen sind und ich hier auffällig oft Motor- und Segelflugzeuge in der Luft über mir sehe, umso mehr wächst der Wunsch selber in so einer Maschine zu sitzen und sie vielleicht sogar einmal selbst zu fliegen. Ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich unweigerlich in meine Kindertage mit stundenlangen virtuellen Flügen im MS FS 4.0 zurück versetzt. Es zieht mich einfach nach dort oben und weg von hier unten. Bei blauem Himmel und Sonne ist die Sehnsucht danach besonders groß. Ich bin nun schon unzählige Male, Tage und zig tausende Kilometer als Passagier in kleinen und riesen großen Boeing und Airbussen rund um den Globus geflogen, aber der Wunsch nach eben diesen einmotorigen, wendigeren Maschinen ebbt nicht ab. Wahrscheinlich, weil ein Airbus nicht nur so heißt, sondern sich eben auch so anfühlt - wie ein Bus.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich irgendwann mehr zu dem Thema berichten kann und nehme mir vor, es hier zu dokumentieren.


17.01.2020 - Ich habe mich ein wenig schlau gemacht. So erweitertes polizeiliches Führungszeugnisunrealistisch scheint der Traum gar nicht. Zuerst einmal muss man wissen, was man genau will. Ich habe gelernt, ich würde gerne eine Ausbildung zum Motorflug und eine PPL ("Privatpilotenlizenz Flugzeuge") auf Ultraleichtflugzeugen (wie z.B. der Ikarus C42) machen. Die gute Nachricht: Die erste "Hürde" ist bereits geschafft, denn man benötigt in der BRD im Vergleich zur Fahrerlaubnis ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis, was ich schon habe. ✅

weitere Voraussetzungen sind:

  • ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 2
  • Flugausbildung (mind. 30 Stunden in den 24 Monaten vor der Prüfung, davon 5 Stunden Alleinflug und 2 Überlandflüge mit Fluglehrer.)
  • mindestens 60 Unterrichtseinheiten Theorie, bestandene Theorieprüfung (nicht älter als ein Jahr)
  • erfolgreiche Teilnahme an einer Ausbildung in Sofortmaßnahmen am Unfallort (oder Führerschein) ✅

Eine gute Flugausbildung erstreckt sich in der Regel auf 1,5 bis 2 Jahre.

Die theoretische Ausbildung umfasst die Fächer: Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Technik, Verhalten in besonderen Fällen, Menschliches Leistungsvermögen, Pyrotechnik

Das klingt erstmal richtig viel. Es gibt aber auch Erkenntnisse, die Mut machen: Ultraleichtflugzeuge sind leicht! Und deswegen ist ein sog. "Gesamtrettungssystem" vorgeschrieben, das die Besatzung und das Flugzeug im Notfall sicher an einem Fallschirm auf den Boden bringt. Ja, wirklich! Das komplette Flugzeug hängt dabei an einem Fallschirm. Konnte ich zuerst auch nicht glauben, muss man aber mal gesehen haben! Das System ist allerdings kein Ersatz für Disziplin und Respekt, welche man an den Tag legen sollte. Ultraleichtfliegen ist ernst zu nehmende Fliegerei und teilweise wohl anspruchsvoller als das Fliegen mit größeren Flugzeugen. Jetzt geht mir doch wieder die Muffe.

Doch beginnen wir der Reihe nach. Bevor es weiter geht, sollte ich als erstes ein fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 2 bestehen. Das kann ich entweder an einer der 5 Aeromedical Center (AeMC) oder in einer Fliegerärztlichen Untersuchungsstelle. Wie es der Zufall will, ist eine davon nur 5 Etagen unter meinem Büro in dem ich täglich arbeite. Ich denke, ich sollte mir dringend jemanden suchen, der das was ich mir wünsche schon kann und fragen, ob ich mal mitfliegen darf!


22.01.2020 - Sachen gibts, die gibts gar nicht. Ich habe gelernt, dass von einem militärischen Luftwaffenstützpunkt auch zivile Piloten mit Genehmigung des Kommodore starten und wieder landen dürfen. Zufälligerweise wurde das Dorf in dem wir leben 1969 genau wegen einem Fliegerhorst umgesiedelt. (Das ist eine andere spannende, aber vor allem sehr traurige Geschichte um die Starfighter-Affäre, welche sogar noch im Jahr 2015 verfilmt wurde - DER SPIEGEL 5/1966) D.h. der nächste Luftwaffenstützpunkt 'ETNN' ist nicht weit weg. Und man glaubt es kaum, genau dort findet sich eine Bundeswehr-Sportfliegergemeinschaft (BwSFG). Das erklärt die vielen schönen Einmotorigen Flugzeuge neben den Eurofightern am Himmel! Jetzt bin ich als alter Kriegsdienstverweigerer und Vorzeige-Zivi nicht unbedingt der geeignetste Mann fürs deutsche Heer. Das wird sich auch in diesem Leben nicht mehr ändern. Aber selbst einen Zivilisten wie mich würde man wohl grundsätzlich in dieser Gemeinschaft aufnehmen. Und spätestens an dem Punkt stand mein Entschluss fest: Ich muss dort hin und es zumindest versuchen. Also habe ich den Kontakt zum Verein gesucht und bin an jemanden sehr freundlichen und offenen geraten, den Rudi. Er schrieb mir, dass es prinzipiell möglich sei mal reinzuschnuppern und mit ihm zusammen aufs Gelände zu kommen. Außerdem, dass er erstmal 2 Wochen im Urlaub sei, dass die Bundeswehr momentan die Piste instand setzen würde und dass wir sowieso auf schöneres Wetter warten sollten (heute sind es hier -4°C). Ob er mich vielleicht sogar direkt auf einen kurzen Flug mitnehmen möchte, wenn für ein erstes Treffen die Piste fertig und schönes Wetter sein sollte? Ich kann es kaum erwarten, dass er sich nach seinem Urlaub wieder bei mir meldet!

Sie teilen die Leidenschaft oder haben schon Kontakte zu Piloten und Menschen, die den gleichen Traum leben? Ich würde mich freuen, Sie kennen zu lernen ➥ ✉